27.03.2026

Düngung von Sonnenblumen: Hohe Nährstoffaneignung nutzen

Autor: Wieland Ihm, AgUmenda GmbH

Mit der bevorstehenden Aussaat von Sonnenblumen rückt auch die Frage der optimalen Nährstoffversorgung in den Fokus. Für eine gleichmäßige Bestandsentwicklung muss das Saatgut gut rückverfestigt und mit Wasseranschluss bei mindestens 7 °C Bodentemperatur abgelegt werden. Dies sind die Grundlagen für eine zügige Jugendentwicklung und Erschließung des Bodenraums. Bei günstigem Bodengefüge sichert das kräftige Pfahlwurzelsystem eine effiziente Nährstoffaneignung.

Ihren Stickstoffbedarf decken Sonnenblumen hauptsächlich über die Nachlieferung aus dem Boden, da die Hauptwachstumsphase mit der natürlichen Stickstoff-Freisetzung im Sommer zusammenfällt. Eine ergänzende Düngung sollte sich zunächst am Frühjahrs-Nmin-Wert orientieren. Zu hohe Mengen fördern zwar das vegetative Wachstum, erhöhen jedoch die Anfälligkeit für Korbfäule und verzögern die Reife. Organische Düngung ist wegen der wenig kalkulierbaren Stickstoff-Nachlieferung nicht geeignet. Die nach Düngeverordnung zulässige Stickstoff-Obergrenze ist in der Regel nicht notwendig. Das ist vor allem nach kräftig entwickelten Zwischenfrüchten der Fall. Meist ist dann eine moderate Stickstoffgabe von 25-50 kg/ha zur Saat ausreichend. Bevorzugt bieten sich Stickstoff-Schwefel-Dünger mit engem N:S-Verhältnis an, um bei geringem Bodenvorrat (< 30 kg Smin/ha) auch die Schwefelversorgung abzusichern.

Die Priorität bei der Grundnährstoffversorgung liegt auf Kalium. Bei einem Ertrag von 3 t/ha beträgt der Gesamtentzug von Samen und Restpflanzen nahezu 300 kg K/​​​​​​​ha. Vor allem bei niedriger Bodenversorgung (Gehaltsklassen B oder A) ist eine Kaliumdüngung angeraten. Aufgrund der Chloridempfindlichkeit ist der Einsatz von Kaliumchlorid im Frühjahr nicht zu empfehlen. Ähnlich wie beim Raps wirkt ein Defizit des Mikronährstoffs Bor ertragsmindernd. Deshalb ist bei bodenbedingter Festlegung eine Blattdüngung im 8-Blattstadium, ggf. nach komplexer Pflanzenanalyse, sinnvoll.

Kann die Sonnenblume den Raps auf Trockenstandorten ersetzen?

Sonnenblumenfeld
© LfULG, Clara Göckeritz

Auf einem Trockenstandort in Nordsachsen (Strelln) wird die Sonnenblume als Alternative zum Raps bei abgestufter Stickstoffdüngung getestet. Erste Ergebnisse aus dem Strellner Fruchtfolgeversuch finden Sie im aktuellen Rundbrief der AgUmenda GmbH.

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