Fachforum Kälberhaltung »Haltungssysteme«

© LfULG, Dr I. Steinhöfel

am 01.09.2026

Fachforum lockt Kälber-Begeisterte nach Köllitsch

Am 01.09.2026 fand im Rahmen des Netzwerk Fokus Tierwohl, mit Unterstützung des sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), zum wiederholten Male das Kälberfachforum statt. Das Seminar wurde auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch durchgeführt und war mit 70 Teilnehmenden gut besucht. Zu den Gästen zählten Landwirt/-innen und Herdenmanager/-innen sowie Vertreter/-innen des vorgelagerten Bereichs.

Begrüßende Worte, im Namen des Landesamtes, fand der Referatsleiter Tierhaltung und Tierzucht Gerold Blunk. Frau Juliane Lieberwirth stellte das Netzwerk Fokus Tierwohl mit den Projektphasen und Zielen vor und bemerkte, dass die Veranstaltung dank dieses Formates, die Veranstaltung ohne die Erhebung von Unkosten angeboten werden kann.

Erneut erhielt Gerold Blunk (LfULG) das Wort und stimmte die Teilnehmenden mit einer Übersicht zu rechtlichen Grundlagen auf die Thematik ein. Die erste Veranstaltungshälfte bildete einen Überblick zu Erkenntnissen und Impulsen aus der Wissenschaft. Dabei wurden Themen zu Tierverhalten, Gesellschaftlicher Akzeptanz, Paar- bzw. Kleingruppenhaltung, sowie Stallbaukonzepte abgebildet.

»Bürger betonen stärker Natürlichkeit und Beziehung. Landwirte stärker Haltung, Gesundheut und Management« – Dr. Flora von Steimker berichtet aus Umfragen zur gesellschaftlichen Akzeptanz der verschiedenen Haltungsformen

Die erste externe Referentin Frau Dr. Flora von Steimker sprach über Ihre Ergebnisse zur gesellschaftlichen Akzeptanz von verschiedenen Kälberhaltungssystemen. Dabei wurde deutlich, dass Information Grundlage für Entscheidungsfindung ist. Der Wunsch nach Beteiligung ist beim Verbraucher da, aber muss durch grundlegende Wissensangebote auch substanziell unterlegt werden.

«Sind sozial gehaltene Kälber optimistischer, konkurrenzfähiger, schlauer, resilienter?» Prof. Dr. Dörte Frieten erörtert verschiedene Forschungsberichte zu Tierverhalten innerhalb diverser Aufzuchtverfahren.

Literaturhinweis : »Two are better than one«

Frau Prof. Dr. Steffi Wiedemann ergänzte diese Ausführungen mit Ergebnissen dreier Versuchsanlagen des InnoRind -Projektes.

InnoRind: Innovationsnetzwerk Rind - LfL

» Akzeptabel sind nur Konzepte ohne Risiko für Gesundheit von Kalb und Kuh « Dr. Ilka Steinhöfel erörterte verschiedene Stallbaukonzepte und gibt Anregungen für die Praxis.

Nach der Mittagspause wurden die erlangten Erkenntnisse hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung reflektiert. Vier verschiedene Haltungssysteme wurden durch Praktiker vorgestellt und anschließend in einer Podiumsdiskussion, geleitet durch Franziska Deißing (LfULG), näher beleuchtet. Themen wie Arbeitswirtschaft, Tiergesundheit, Tierhandling und Tierverhalten, sowie Stallbaumaßnahmen und Kennzahlen der Kälberaufzuchtverfahren waren von besonderem Interesse.

»Ziel sind glückliche Kälber – und Mitarbeitende « Tobias Wagner über das Management mit einzeln aufgestallten Kälbern.

»Wir würden uns immer wieder für die Pärchenhaltung entscheiden« Lena Grohmann berichtet von der modernen Herangehensweise an die paarweise Aufzucht von Tränkekälbern.

»Es gibt kein Standardverfahren« Dr. Kerstin Barth zur Muttergebundene Aufzucht.

»Ammengebunden lässt sich in den meisten Betrieben besser integrieren, als die Muttergebundene Aufzucht« Clara Göckeritzs Erfahrungsbericht zur Ammengebundenen Haltung von Kälbern.

Ein eindrückliches Video aus der Kuhgebundenen Haltung zeigte die Kälber im Laufstall während die Kühe zum Melken sind und ließ das Zitat von Frau Dr. Kerstin Barth wirken: »Egal ob Aufzucht mit oder ohne Kuh, geben Sie den Kälbern Raum für Bewegung«

Viele Eindrücke und Denkanstöße konnten durch die Teilnehmenden mitgenommen werden und führen eventuell zu einem überdenken der Kälberhaltung im eigenen Betrieb.

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