02.04.2025

Pflanzenbau: Gute Startbedingungen für den Mais

Das LfULG rät

Pflanzenbau Gute Startbedingungen für den Mais

Kennzeichnend für den Mais ist eine langsame Jugendentwicklung verbunden mit einer geringen Nährstoffaufnahme und einem schwach entwickelten Wurzelsystem. Daraus erklären sich die vielfach zu beobachtenden positiven Effekte der Unterfußdüngung auf das Jugendwachstum. Vor allem auf schwach mit P versorgten Böden (Gehaltsklasse B oder schwächer) ist die platzierte Gabe von wasserlöslichem Phosphor in Kombination mit Ammonium eine hochwirksame Maßnahme, um dem Mais einen guten Start zu ermöglichen. Auch auf Standorten mit ausreichender Bodenversorgung hat die Unterfußdüngung ihre Berechtigung, wenn die Bedingungen für die P-Mobilität im Boden (Trockenheit) bzw. P-Aufnahme der Pflanzen (Kälte) oftmals ungünstig sind. 

Ausgehend von unseren Erfahrungen aus den Dünger-Hochpreisjahren kann auf ausreichend mit P versorgten Standorten und bei insgesamt restriktivem N-Düngeniveau (v. a. organisch) die für viele Maisanbauer »beruhigende« Startwirkung auch mit einem Ammonium- (z. B. SSA) oder Harnstoffdünger erzielt werden. Das Ammonium begünstigt die Wurzelbildung und verbessert auf Böden mit hohem pH-Wert die Mikronährstoffverfügbarkeit.

In viehlosen Betrieben wird zunehmend über die Notwendigkeit einer Mikronährstoffdüngung diskutiert. Die für den Mais bedeutsamen Spurenelemente Zink (hoher Bedarf) und Bor (mittlerer Bedarf), lassen sich arbeitszeitsparend mit der Unterfußdüngung (Düngermischung oder Einkornware) kombinieren, können aber auch als separate Maßnahme im 6-8 Blattstadium über das Blatt verabreicht werden. 

Die Mikronährstoffdüngung im Mais war im Jahr 2024 Gegenstand eines Streifenversuches (Anlage und Ernte mit Parzellentechnik), welcher im Projekt Landwirtschaftlicher Gewässerschutz am Standort Groitzsch (bei Klipphausen) durchgeführt wurde. Das Versuchsjahr war von Aussaat bis Ernte durch überdurchschnittlich Monatsmitteltemperaturen sowie ein enormes Niederschlagsdefizit von über 100 mm von Juni bis August geprägt. Unter diesen Bedingungen konnten weder mit der zusätzlichen Düngung mit Zink (150 g/ha) und Bor (200 g/ha) über den Unterfußdünger Yara Mila Mais (100 kg Ware/ha), noch über die Blattdüngung im 8-Blattstadium (in Kombination mit DAP unterfuß), Ertragseffekte im Vergleich zur DAP-Standardvariante (100 kg Ware/ha) beobachtet werden. Diese unterschied sich bei moderatem N-Einsatz von 110 kg N/ha und trockenheits- und hitzedingt nur durchschnittlichem Ertragsniveau von 10 t/ha (bei 86 % TS) auch nicht von der Variante ohne Unterfußdüngung (und damit ohne P).

Der ausführliche Bericht zum Streifenversuch am Standort Groitzsch im Jahr 2024 finden Sie unter:

Kurz-Link:
ttps://lsnq.de/qs

Langfassung Link:
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/download/2024_Groitzsch_Demonstrationsbericht.pdf

Markus Theiß, AgUmenda GmbH

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