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Düngestrategien für effizientere Stickstoffnutzung im Winterweizen

Hintergrund

Weizenfeld mit blauem Himmel
© Ulrike Meißner, LfULG.

Ein Großteil des in der Qualitätsweizenproduktion eingesetzten Stickstoffs (N) wird nicht mit dem Erntegut vom Feld abgefahren. Es treten erhebliche N-Verluste über Nitratauswaschung oder gasförmige Wege auf – mit negativen Folgen für die Umwelt und die betriebliche Wirtschaftlichkeit. Ziel dieses Versuches ist es herauszufinden, ob bei verschiedenen E- und A-Weizensorten Dünger in der Qualitätsgabe eingespart werden kann, wenn diese zeitlich nach hinten verlagert wird und somit näher an der Kornproteinbildung liegt.

Fragestellung

Welche Auswirkungen hat eine um 15 % reduzierte dritte Gabe zu BBCH39 oder BBCH51 im Vergleich zur vollständigen Ausschöpfung des zulässigen N-Düngerahmens gemäß Düngeverordnung (DüV) auf Ertrags- und Qualitätsparameter in vier Winterweizensorten?

Aufbau des Versuches

Versuchsfeld mit Weizensorten
Blick in die Versuchsanlage  © Diana Heuermann, LfULG.

Bei Kleinbardau im Landkreis Leipzig wurde ein Parzellenversuch mit vier verschiedenen Weizensorten aus dem E- und A-Sortiment angelegt, bei denen Höhe (100 % DBE vs. 85 % DBE) und Zeitpunkt (BBCH39 vs. BBCH51) der dritten N-Gabe variiert wurden.

Versuchstyp: Parzellenversuch

Anlage: Lateinisches Rechteck mit 4 Wiederholungen

Sorten:  Moschus, KWS Emerick (beide Qualitätsgruppe E); Polarkap, RGT Kreation (beide Qualitätsgruppe A) 

Düngung:

N-Stufe (DBE) Zeitpunkt 3. N-Gabe Düngung (nach DVE DüV)
   

1. N-Gabe

(% vom Gesamt-N) 

2. N-Gabe

(% vom Gesamt-N)

3. N-Gabe

(% vom Gesamt-N)

3. N-Gabe

(% vom Gesamt-N)

100 % BBCH39 40 30 30  
85% BBCH39 40 30 15  
100% BBCH51 40 30   30
85% BBCH51 40 30   15

 

Prüfmerkmale:

  • Mängel nach Winter
  • Bestandesdichte
  • N-Anreicherung in der Biomasse zu BBCH31 und BBCH39
  • NDVI (Normierter-Differenz-Vegetationsindex)
  • Kornertrag
  • Kornqualität (Rohprotein, Schüttdichte, Sedimentationswert, Tausendkornmasse)
  • Nmin im Boden nach Ernte

Durchführungszeitraum:

Vorversuch Oktober 2023 – Juli 2024 (siehe Kurzzusammenfassung Stickstoffeffizienz-Versuch 2024); angepasster und dreifach wiederholter Versuch Oktober 2024 – Juli 2027 (wie oben beschrieben)

Versuchsdurchführung: LfULG, AgUmenda GmbH, BfUL, U.A.S. Jena, A&W FieldScreen GmbH

Aktueller Stand und Ergebnisse

Fazit 2024:

Der extreme Witterungsverlauf des Jahres 2024 (Kälteeinbruch Ende April, Trockenheit im Mai) begrenzte das Ertragsvermögen des Weizens in den Versuchsparzellen spürbar. Mögliche Sortenunterschiede und die Effekte einer abgestuften N-Düngung rückten unter diesen Bedingungen weitgehend in den Hintergrund.

Es wurde im Herbst 2024 ein angepasster Versuch mit weniger Sorten, aber differenzierterer Düngestrategie, angelegt. Ergebnisse dazu werden ab Ende 2025 auf dieser Seite einsehbar sein. Die Vorstellung des Versuches wird Gegenstand des regionalen Feldtages in Kleinbardau im Juni 2025 sein.

Fazit 2025: 

Mit dem Witterungsverlauf des Versuchsjahres 2024/2025 war der Zeitpunkt der 3. N-Gabe entscheidender für den Kornertrag als eine moderate Reduktion der N-Menge: Unter den trockenen Frühjahrsbedingungen förderte eine frühere 3. Gabe eher den Kornertrag. Hingegen unterstützte eine spätere 3. Gabe bei dann ausreichenden Niederschlägen die Proteinbildung. Für die Kornqualität war dabei auch die vollständige Ausnutzung der zulässigen N-Düngemenge entscheidend. 

Vertiefende Informationen zum Versuch:

Kontakt

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Kompetenzzentrum Nachhaltige Landwirtschaft

Eric Vierbeck

Telefon: 03425 9999764

E-Mail: eric.vierbeck@lfulg.sachsen.de

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