Einsatz eines Unkrautschneiders (CombCut) zur Reduktion von Roggendurchwuchs in Hafer

Comcut Unkrautschneider bei der Arbeit
© LfULG

Der Durchwuchs von Ausfallgetreide stellt im ökologischen wie auch im konventionellen Ackerbau eine erhebliche Herausforderung dar, insbesondere wenn mechanische Regulierungsmöglichkeiten im Vegetationsverlauf begrenzt sind. Im vorliegenden Praxisversuch wurde der Einsatz eines Unkrautschneiders des Typs CombCut untersucht, um einen massiven Roggendurchwuchs in einem Haferbestand kurz vor der Ernte zu reduzieren. Ziel war es, den Fremdgetreidebesatz des Erntegutes zu senken und damit die Vermarktungsfähigkeit des Hafers zu verbessern.

Ausgangssituation

Ein spät als Winterbegrünung gesäter Roggen wurde im Frühjahr 2025 unzureichend pfluglos umgebrochen und eingearbeitet. Die folgende Hauptkultur Hafer war über die gesamte Vegetationszeit von massivem Roggendurchwuchs geprägt.

Erwartung

Der zu erwartende und mit Pflegemaßnahmen nicht mehr zu vermeidende Besatz sollte durch Einsatz eines Unkrautschneiders CombCut vor Ernte reduziert werden.

Maßnahme

Zum Zeitpunkt des deutlichen Überwachsens des Haferbestands mit Roggen kam das Gerät am 10.6.25 im Frontanbau zum Einsatz. Die Überfahrt mit dem 6 m breiten Arbeitsgerät erfolgte mit ca. 6 km/h (entspricht 3,7 ha/h).

Fazit

Der Roggenbesatz wurde nach Auswertung von Ernteproben um 1,51 % von 8,85 % auf 7,34 % reduziert. Die Maßnahme reduzierte den Besatz des Erntegutes mit Roggen, jedoch nicht in zufriedenstellendem Maß. Der Hafer konnte aufgrund der Marktlage ab Feld lediglich als Speisehafer vermarktet werden. Für diese Qualität spielte der Besatz keine Rolle. Für eine Vermarktung als Speisehafer hätte der Besatz mit Fremdgetreide bzw. »Bestandteilen, die kein einwandfreies Grundgetreide sind« lt. einer vorliegenden Rohwaren-Spezifikation bei maximal 2 % liegen dürfen. Geerntet wurden durchschnittlich 31,6 dt/ha.

Die Einstellung des Unkrautschneiders war rückblickend betrachtet nicht optimal, die Haspel sollte schneller drehen. Während des Einsatzes wurden die Klingen häufig von der Masse des Roggens verstopft. Mit einer besseren Einstellung des Geräts sollte ein verbessertes Ergebnis möglich sein. Eine Reduzierung des Durchwuchses auf das für Speisehafer erforderliche Niveau des Besatzes mit Fremdgetreide scheint unrealistisch.

Die Arbeitsbreite von 6 m bedingt eine Vielzahl Fahrspuren im Bestand. Ohne GPS/Lenksystem, wie in diesem Praxisversuch, ist eine nahtlose Bearbeitung schwierig. Vielmehr ist mit unnötigen Überlappungen oder Lücken zu rechnen, da im Bestand die Orientierung beim Fahren schwerfällt. Ob der Hafer durch das Überfahren unter dem Traktor geschädigt wird, war nicht Gegenstand der Betrachtungen.

Je krautiger der Durchwuchs ist, wie z. B. Distel, umso besser arbeitet der Unkrautschneider. Soll der Einsatz beispielsweise wegen bekannten Disteldrucks in jedem Fall erfolgen und es ist kein GPS/Lenksystem verfügbar, sollte zur Optimierung des Einsatzes über das Anlegen von Fahrspuren nachgedacht werden.

Für den Einsatz des Unkrautschneiders über einem Getreidebestand ist ein Adapter erforderlich, an den das Gerät nur mittels einer weiteren Maschine wie Traktor mit Frontlader oder Teleskoplader angebaut werden kann. Da der Transport auf der Straße nur im Heckanbau zulässig ist, erfordert der Einsatz über Bestand unter Umständen hohen logistischen Aufwand.

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