Bundesminister Alois Rainer würdigt Engagement der Rolle-Mühle
Am 13. Juli erlebte die traditionsreiche C.F. Rolle GmbH Mühle in Waldkirchen einen besonderen Moment: Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichte offiziell das Schild des Praxis‑Netzwerks »Bio verarbeiten« an Geschäftsführerin Anne Rolle‑Baldauf. Mit diesem Zeichen wird die Rolle‑Mühle als aktiver Partner im bundesweiten Netzwerk sichtbar – ein Netzwerk, das Betriebe stärkt, die biologische Rohstoffe mit handwerklichem Know-how und moderner Technik verarbeiten.
Ein Ort, an dem Tradition und Zukunft zusammenfinden
Die Rolle‑Mühle ist seit Generationen ein fester Bestandteil der Region und seit 1995 auch in der Bio-Verarbeitung. Dass sie nun Teil des Praxis‑Netzwerks ist, unterstreicht ihre Bedeutung als regionaler Betrieb, der nachhaltige Lebensmittelverarbeitung lebt. Die Übergabe des Schildes war daher nicht nur ein symbolischer Akt, sondern auch ein Zeichen der Anerkennung für das Engagement des Unternehmens.
In seiner Ansprache betonte Alois Rainer, dass die Rolle von Frauen in Geschäfts- und Hofführung in diesem Jahr im Mittelpunkt stehe. Anne Rolle-Baldauf schilderte, wie sie über die Jahre in diese Aufgabe hineingewachsen sei – so selbstverständlich, dass ihr heute volle Akzeptanz und großer Respekt entgegengebracht werden.
Rundgang durch Wasserkraftwerk und Mühle
Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Rundgang, der eindrucksvoll zeigte, wie eng Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden sind:
Die Mühle nutzt die Kraft der Zschopau, um einen Teil ihres Energiebedarfs klimafreundlich zu decken. Der Minister zeigte sich beeindruckt von der Verbindung aus historischer Technik und moderner Nutzung.
Bundesminister Alois Rainer begeistert von Fischaufstiegshilfe
Ein Detail des Besuchs, das vielen Gästen besonders in Erinnerung blieb: Bundesminister Alois Rainer ist leidenschaftlicher Angler. Als er beim Rundgang das Wasserkraftwerk der Rolle‑Mühle und die dazugehörige Fischtreppe sah, war seine Anerkennung deutlich spürbar.
Die Fischaufstiegshilfe ermöglicht es Fischen, trotz der Wasserkraftanlage sicher flussaufwärts zu wandern – ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Zschopau. Für Rainer war dies ein echtes Highlight. Er betonte, wie entscheidend solche ökologischen Maßnahmen für die Balance zwischen Energiegewinnung und Naturschutz sind.
Einblicke in die Mühlenarbeit
In der Mühle selbst konnten die Gäste erleben, wie aus regionalem Getreide hochwertige Produkte entstehen. Alois Rainer verfolgte aufmerksam, wie Dinkel zu Vollkornmehl vermahlen wird. An den Mahlstühlen bot Anne Rolle-Baldauf Dinkelkleie zum Kosten an und machte damit die Wertigkeit der Inhaltsstoffe von Getreide direkt erfahrbar. An der Sackabpackung griff der Bundesminister pragmatisch selbst mit zu. Das Handwerk, sagte er, liege ihm im Blut – und für einen gelernten Metzger sei die Semmel zur Wurst schlicht unverzichtbar.
Gespräche im Garten an der Zschopau
Nach dem Rundgang folgte ein entspannter Austausch im Garten der Mühle – direkt am idyllischen Flusslauf der Zschopau. Mit dem Satz »Miteinander reden ist wichtiger als übereinander reden!« eröffnete er die offene Gesprächsrunde, in der sich die geladenen Gäste aus Politik, Verbänden, Kommune und dem Organisator des Praxis-Netzwerkes, das Büro für Lebensmittelkunde und Qualität, angeregt austauschten.
Die Atmosphäre war bewusst locker gehalten: kleine Gesprächsgruppen, Vesper vom regionalen Fleischer, ein Ort, der zum Dialog einlädt. Genau diese Mischung aus Fachlichkeit und persönlichem Austausch macht das Praxis‑Netzwerk so wertvoll.
Erfolg für das Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau
Ein besonderer Erfolg war dabei auch für das Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau sichtbar: Angelika Hoppe vom Praxislabor Verarbeitung und Qualität hatte dafür gesorgt, dass sächsische Verarbeiter im Netzwerk vertreten sind. Ihr Engagement zeigt, wie wichtig regionale Stimmen und praktische Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Bio‑Verarbeitung sind.
Ein Tag, der zeigt, wie viel Potenzial in regionaler Bio‑Verarbeitung steckt
Der Besuch von Bundesminister Rainer war mehr als ein Termin im Kalender. Er war ein Zeichen dafür, dass regionale Betriebe wie die Rolle‑Mühle eine zentrale Rolle in der Zukunft der nachhaltigen Lebensmittelproduktion spielen. Mit ihrer Verbindung aus Tradition, Innovation und regionaler Verantwortung zeigt die Mühle, wie moderne Bio‑Verarbeitung aussehen kann.