Feldtag »Ökologischer Landbau« in Nossen – Fruchtfolgen erweitern?
Das Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau nutzte auch dieses Jahr wieder die Zeit durch einen Öko-Feldtag in Nossen, die für die Praxis relevanten Themen Sortenwahl, mechanische Unkrautregulierung im ökologischen Landbau sowie die Diversifizierung der Fruchtfolge durch alternative, trockenheitstolerante Sommerungen zu beleuchten und zu diskutieren. Trotz der heißen Temperaturen nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich direkt am Feld über aktuelle Entwicklungen zu informieren und mit Fachleuten auszutauschen.
Vorstellung der Ökoflächen, Sortenversuche und Leguminosen
Den Auftakt bildeten eine kurze Vorstellung der Versuchsflächen am Standort Nossen durch den Leiter der Versuchsstation Bodo Hanns. Katharina Brütting stellte die aktuellen Öko-Landessortenversuche für Winterweizen, Ackerbohnen und Lupinen vor. Ergänzend dazu präsentierte Sophia Sucholas das bundesweite Demonstrationsnetzwerk LeguNet, welches durch die enge Zusammenarbeit von Praxis und Forschung den Anbau sowie die Verwertung heimischer Eiweißpflanzen entlang der Wertschöpfungskette stärkt.
Mechanische Unkrautregulierung als Systemansatz
Ein weiterer Schwerpunkt des Feldtages lag auf der technischen Umsetzung der Unkrautregulierung im ökologischen Landbau. Durch Lukas Schmidt wurde deutlich gemacht, dass die mechanische Unkrautregulierung dabei immer als System zu verstehen ist, bei dem viele Einzelmaßnahmen ineinandergreifen müssen – angefangen bei der Fruchtfolge über die richtige Stoppelbearbeitung zur Bekämpfung von Wurzelunkräutern, die passende Aussaat bis hin zur Bestandespflege mit Striegel und/oder Hacke.
Für die Stoppelbearbeitung wurden der Treffler Präzisionsgrubber TGA 300 sowie der Geohobel der Firma Rath vorgestellt. Zur Regulierung der Unkräuter im Bestand wurden der Zinkenstriegel, der Rollstriegel, die Scharhacke sowie die Rotary Hoe präsentiert.
Neue Sommerungen im Öko-Anbau
Der abschließende Programmpunkt widmete sich dem Anbau- und den Verwertungsmöglichkeiten »neuer« Sommerungen im ökologischen Landbau. In einem noch bis 2029 laufenden Anbauversuch wurden die Kulturen Amarant, Quinoa, Rispenhirse, Kichererbse sowie ein Gemenge aus Linse und Leindotter hinsichtlich ihrer pflanzenbaulichen Anbaueignung und Eigenschaften, unter den Bedingungen des Nossener Standorts, durch Maik Riedel vorgestellt. Erste Erkenntnisse bezüglich Saatbettbereitung, Aussaatterminen sowie die dazu passende Witterungsbedingungen und erstes Unkrautmanagement konnten erläutert werden.
Neben pflanzenbaulichen Fragestellungen standen insbesondere die Anpassungsfähigkeit dieser Kulturen an trockene Standortbedingungen sowie ihre Rolle in einer Getreidefruchtfolgen im Fokus. Angelika Hoppe konnte erste Erfahrungen zur weiteren Verarbeitung nach der Ernte den Teilnehmern vorstellen und auch Vermarktungsaspekte beleuchten, da insbesondere Nischenkulturen wie Amarant und Quinoa zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Es zeigt sich, dass diese Sommerungen, vor allem in der Direktvermarktung, interessante Optionen zur Diversifizierung von Fruchtfolgen bieten können – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Witterungsunsicherheiten und steigender Anforderungen an resiliente und marktorientierte Anbausysteme.