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Monitoring Schilf-Glasflügelzikade in der Lausitz

Hintergrund

Schilfglasflügelzikade auf Blatt
© LfULG, L.Herzog.

Die zurzeit wirtschaftlich bedeutendsten bakteriellen Krankheiten an Zuckerrüben und Kartoffeln sind SBR (Syndrome Basses Richesses) und Stolbur. Sie werden durch Zikaden übertragen und breiten sich seit 2008 in Deutschland aus. Seit dem Sommer 2023 kommt es zu einem massiven Auftreten der Zikaden in verschiedenen Regionen Deutschlands. Als Wirtspflanzen dienen den Zikaden in erster Linie Zuckerrüben- und Kartoffelpflanzen, zunehmend auch Gemüsekulturen. Durch die Übertragung beider Krankheiten wird der Anbau durch hohe Ertragsverluste gefährdet.

Fragestellung

Ist die Schilf-Glasflügelzikade als Überträger der Krankheiten Stolbur oder SBR oder die Krankheiten Stolbur und SBR selbst, bereits in der Lausitz nachweisbar?

Wie ist die Flugaktivität der Zikaden in der Lausitz?

Gibt es weitere Zikadenarten, die möglicherweise als Krankheitsüberträger wirken?

Aufbau des Versuchs

Klebetafel im Zuckerrübenbestand
© LfULG.

In der Saison 2024 wurden in der Lausitz (Region Kleinbautzen) auf zwei Konsumkartoffelschlägen und auf einem Zuckerrübenschlag gezielt Klebetafeln zur Beobachtung aufgestellt. Die Anzahl der Beobachtungsschläge wurde 2025 um einen weiteren Zuckerrübenschlag erweitert.

Die Überwachung des Fluges der Zikaden erfolgte mit Hilfe von transparenten Leimtafeln in der Größe 23 x 26 cm über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen. Je Beobachtungsfläche wurde ab Mitte Juni eine Falle aufgestellt. Ein Austausch der Leimtafeln erfolgte aller 14 Tage.

Über die Kontrolle der Fallen hinaus, ist der Bestand im Umkreis von ca. 30 m auf Blattsymptome an fünf zufällig ausgewählten Pflanzen begutachtet worden.

Bei einem Nachweis einer Zikade auf einer der Klebetafeln, ist nach acht Wochen eine Pflanzenprobe zur Untersuchung auf SBR / Stolbur entnommen worden.

Durchführungszeitraum: Mitte Juni 2024 bis August 2024; Mitte Juni 2025 bis August 2025

Versuchsdurchführung: LfULG

Ergebnisse

Auf den drei Beobachtungsflächen konnten innerhalb der Saison 2024 weder die Schilf-Glasflügelzikade noch Stolbur oder SBR  festgestellt werden.

In der Saison 2025 wurde bei zwei der vier Kontrollschläge eine Flugaktivität der Zikade in geringer Intensität (max. 2 Tiere je Falle) nachgewiesen. Die auf beiden Klebefallen nachgewiesene Zikadenart konnte vom Labor des BfUL als Schilf-Glasflügelzikade identifiziert werden. SBR und Stolbur konnten in der Saison 2025 ebenfalls nicht nachgewiesen werden. 

Fazit: In der Folge des Auftretens der Schilf-Glasflügelzikade in der Lausitz plant das Team des Kompetenzzentraums Nachhaltige Landwirtschaft die Erarbeitung eines Konzepts zur Eindämmung des Schädlings.

Literaturempfehlung

Kontakt

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Kompetenzzentrum Nachhaltige Landwirtschaft, Ref. 73

Maria Vorholz

Telefon: 035242 6317308

E-Mail: Maria.Vorholz@lfulg.sachsen.de

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